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Umsetzung der Pflegeinitiative

Die Umsetzung der Pflegeinitiative stärkt Pflegeberufe um den Fachkräftemangel zu bekämpfen und langfristig die Qualität der Gesundheitsversorgung zu sichern. Katja Schilder, Leiterin Ausbildung am Universitätsspital Basel, gibt im Interview einen Einblick in die Ausbildungsoffensive.

Ausbildung stärken – Nachwuchs sichern

Mit der Umsetzung der Pflegeinitiative setzen Bund und Kantone ein klares Zeichen zur Stärkung der Pflege. Im Zentrum der ersten Umsetzungsphase steht eine Ausbildungsoffensive mit dem Ziel, mehr Pflegefachpersonen auszubilden und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft arbeiten dabei eng zusammen. Sie haben die konzeptionellen sowie rechtlichen Grundlagen für die Umsetzung geschaffen und in den Regelbetrieb überführt.

Attraktive Rahmenbedingungen für die Ausbildung

Ein zentrales Element sind neue Unterstützungsinstrumente für Studierende und Ausbildungsbetriebe. Ausbildungsbeiträge sollen angehende Pflegefachpersonen finanziell entlasten und den Zugang zur Ausbildung erleichtern. Gleichzeitig werden Institutionen unterstützt, die praktische Ausbildungsplätze anbieten. Damit sollen ausreichend qualitativ hochwertige Ausbildungsplätze gesichert und die Ausbildungsleistungen der Betriebe gestärkt werden. Zur Förderung der praktischen Ausbildung wurden 2025 insgesamt 3.44 Mio. CHF an 53 Betriebe in Basel-Stadt ausbezahlt. Im Rahmen der Ausbildungsbeiträge konnten im Berichtsjahr zudem 81 Studierende mit 1.49 Mio. CHF finanziell unterstützt werden. Gegenüber dem Vorjahr verzeichnete der Campus Gesundheit zugleich einen Anstieg der Anzahl Lernenden und Studierenden in den Pflegeberufen von 5 Prozent.

Pflegeberuf langfristig stärken

Neben der Ausbildung sind auch die Arbeitsbedingungen im Fokus der Umsetzung der Pflegeinitiative. In dieser zweiten Etappe wird auf nationaler Ebene aktuell über das neue Bundesgesetz über die Arbeitsbedingungen in der Pflege beraten. Ziel ist es, die Pflege nachhaltig zu stärken und die Verweildauer im Beruf zu erhöhen. Ausserdem wird der Beruf der Advanced Practice Nurse (APN) in das Gesundheitsberufegesetz (GesBG) aufgenommen.

Pflege im Wandel – Die Umsetzung der Pflegeinitiative in Basel im Interview

Frau Katja Schilder

Leiterin Ausbildung, Universitätsspital Basel

Frau Schilder, welche Massnahmen und Projekte sind mit den Ausbildungsbeiträgen in Ihrem Betrieb möglich geworden?

Das Universitätsspital Basel (USB) nutzt die Fördergelder für ein umfassendes Entwicklungsprojekt, das Qualität und Attraktivität der Pflegeausbildungen weiter erhöht. Teams aus Berufsbildung, Pflegepraxis, Führung und HR arbeiten unter der Leitung der Abteilung Ausbildungen an vier Initiativen: Weiterentwicklung des betrieblichen Curriculums (Lernkultur weiterentwickeln, Integration innovativer Lernformen, Transfer von Theorie in die Praxis), Qualifizierung von Berufsbildnerinnen und -bildnern (praxisnahes Weiterbildungsangebot) und Zukunftsperspektiven für Auszubildende (Konzept zur Laufbahnberatung/Karriereplanung). Eine vierte Initiative in Kooperation mit der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW erforscht die mentale Gesundheit in der Berufsbildung.

Welche Auswirkungen haben diese Massnahmen für Lernende, Studierende und Berufsbildner und Berufsbildnerinnen im Alltag?

Mit den erwähnten Initiativen verfolgen wir das Ziel, die Ausbildungsqualität weiter zu steigern, Perspektiven zu schaffen und den Berufsnachwuchs in der Pflege langfristig zu sichern. Im Zentrum stehen einerseits die Auszubildenden, andererseits aber auch die Berufsbildenden: Die Rolle letzterer ist zentral, denn sie begleiten junge Menschen in ihren ersten beruflichen Schritten, stärken deren Kompetenzen und schaffen die Basis für eine erfolgreiche Laufbahn.

Welche Effekte hat die Förderung der praktischen Ausbildung von Pflegepersonal auf Ausbildungen ausserhalb der Pflege?

Aus den Initiativen Zukunftsperspektiven für Auszubildende und Qualifizierung von Berufsbildenden entstehen Konzepte, welche auch für unsere Ausbildungen ausserhalb der Pflege wichtige Impulse setzen. Das Forschungsprojekt «Mentale Gesundheit in der Berufsbildung» weiten wir – finanziert durch das USB – mit einer Zweitstudie auf die Ausbildungen ausserhalb der Pflege aus.

Welche Herausforderungen sehen Sie bei der Umsetzung der Ausbildungsoffensive – sowohl innerhalb Ihrer Institution als auch auf kantonaler Ebene?

Die Erarbeitung und die Umsetzung unserer vier Initiativen benötigen Zeit, damit sie nachhaltig und wirksam sind. Gleichzeitig sind die Erwartungen vieler Stakeholder hoch. Das erhöht den Druck, rasch sichtbare Ergebnisse zu liefern. Diese Dynamik kann dazu verleiten, vorschnell einzelne Massnahmen umzusetzen. Genau das wollen wir jedoch vermeiden. Entscheidend ist, dass alle Teilprojekte sorgfältig aufeinander abgestimmt sind und ineinandergreifen, da sie inhaltlich eng miteinander verbunden sind.

Was braucht es, um diesen Herausforderungen zu entgegnen?

Wir begegnen diesen Herausforderungen mit einer sorgfältigen und transparenten Kommunikation. So informieren wir regelmässig in diversen Gremien und Veranstaltungen zum Stand der Dinge. Die Abteilung Ausbildung stellt die Projektleitung sowie die vier Teilprojektleitungen. Diese Projektstruktur ermöglicht uns kurze Wege und einen niederschwelligen und regelmässigen Austausch.

Wie erleben Sie die Zusammenarbeit zwischen Ihrer Einrichtung und den kantonalen Behörden bei der Umsetzung der Ausbildungsoffensive?

Das Gesundheitsdepartement ist für uns auch im Zusammenhang mit den Fördergeldern ein wichtiger Partner. Bei Unklarheiten und Fragen erhalten wir zeitnah Rückmeldungen, und die Zusammenarbeit erlebe ich als sehr positiv und unkompliziert.